Sat 20 Dec 2008
Sonnabend. 13. Sep. 2008
Am 4. Sep. bekam ich meine eigene deutschsprachliche Bibel von Sussi und Steffen, das ist ein gradioses Geschenk, ich bin sehr dankbar, weshalb, als Dankeschön, nehme ich die Einladung von ihnen an, heuteabend ein gemeinsames chinesisches Essen bei ihnen zu Hause. Das klingelt unverschämt, ist leider wahr. Am Mittwoch dieser Woche hat Steffen mich eingeladen, sagte mir noch, dass der DY auch mitkomme. Steffen ist schlau, er weiß, dass dieser DY mich interessiert. DY ist der Vorsitzende des chinesischen Vereins in Jena, hat Jahren lang Kontakt mit Sussi und Steffen gehabt, und bringt ihnen Chinesisch bei. Ich kenne DY auch, aber nicht richtig, ich möchte eine Gelegenheit haben, ihn richtig, also seine Besonderheit zu studieren. Ein Vorsitzende könnte vielleicht ein richtig schlauer Mensch sein. Aber trotzdem muss ich vorher lange überlegen, ob ich tatsächlich mitkomme. Ich antwortete Steffen offen, „ich rufe euch an, wenn ich komme, ein Tag vor der Veranstaltung“. So ein böser Mensch bin ich, der Alf.
So überlege ich, ich habe zu viel zu tun, und verbringe schon pro Woche eine Stunde mit Zeugen Jehovars, ich kann in diesem Abend zu Hause sehr viel tun als zu einem chinesischen Essen gehen: ich kann Thomas Bernhard lesen, „Die Billigesser“ lese ich erst zur Seiten 30; Oder schreibe ich meine Hausarbeit, das kann auch Spaß machen, (Herr Prof. B. antwortete vorgestern meine Email, „Ihre Geliederung ist in Ordnung, viel Spaß beim Schreiben“), außerdem muss ich schon schreiben, habe nur noch 3 Woche Zeit; ich kann auch Romans Doktorarbeit weiter studieren, scheiß, die Übersetzung der französischen Zitaten bekomme ich erst nächste Woche; aber ich kann Can Xue oder Wang Xiaobo lesen, von diesen beiden Autoren habe ich schon viel in meiner Labtop, sind sehr interessant; übrigens habe ich noch ca. 50 Bloggs nachzuholen, diese sind mein Geschenk zu Romans 35. Geburtstag, 16. Okt. ist nicht mehr weit, großer Stress; evtl. kann ich mich auch ausruhen, für die spannenden Nerven, sehe mal „Friends“, die amerikanischen Fernsehenserien, sie haben viele veralteten leichten amerikanischen Witze, bekomme ich oft Gefühlen wie zu Hause bei Elke, sehr gemütlich, die habe ich schon 10 Mals gesehen, kann immer noch weiter sehen, alle anderen interessieren mich nicht; zum letzten kann ich noch Matthias anrufen und einen Abend mit meiner (oder eher seiner) deutschen Freundgruppe verbringen, als ich gestern nach dem Mittagsessen das Kaffeetrinken abgesagt habe, waren sie schon böse auf mich, Matthias war direkt, sagte zu Thomas und Utta, „siehst, das ist Lu, er macht immer rar mit uns“… hui… „nein!“ verteidige ich mich mit rotem Hals, „meine Freundin fahre für eine ganze Woche nach Guangzhou um einen ausländischen Kriminär aus China zu bringen, wir haben uns fast eine Woche nicht gesehen, und sie wartet gerade auf mich“, danach konnte ich erst gehen. In der Tat mache ich rar, Matthias verschwende zu viel Zeit mit Freunden… aber zu eigen sollte ich nicht sein, muss in dieser Zeit irgendwann einen Abend mit ihnen abhängen. Siehst, so viel kann ich und muss ich tun, ein chinesisches Essen? Mit Zeugen Jehovars und Vorsitzender chinesisches Vereins? Hm… I am not sure…
Bis Freitagabend war ich immer noch nicht sicher, ob ich Steffen anrufen sollte oder nicht, traf aber unerwartet DY als wir beide die Bibliothek verlassen wollten. Er sagte mich, „ha, Sussi sagte mir dass morgen auch ein anderer Chinese mit uns zusammen, ja, sie meint du.“ „Was?“, war ich gewundert, „ich bin noch nicht sicher, ich rufe ihnen noch nicht an. Wer kommt noch? ZhQ?“ Ach, habe fast vergessen, Steffen sagte mir auch, dass ZhQ komme, er und Sussi denken stets, ich möchte gern mit ZhQ, dieser fetten Peking Girl mir gegenüber wohnt, was zusammen tun. Eigentlich möchte ich absichtlich diese vermeiden, mit ZhQ und ihrer chinesischen Gruppe ich was zu tun, sie sind einfach zu chinesisch, langweilig, faul, manche sehr dumm und völlig hochnäsig. „Nein, ZhQ kommt nicht, sie hat was anderes zu tun“, sagte DY weiter, „es sind nur wir beide Chinesen und anderen sind Deutsche. “ „Ach, ja, ok, ich muss Steffen noch anrufen“, erwiderte ich und ging aus der Bibliothek. Stieg in meinen Zug, fuhr zurück, bevor ins Gebäude ging, rufte ich Steffen an. Ich komme.
So um 17 Uhr komme ich heute zu Damaschkeweg, wo Steffen und Sussi wohnen. Ich mag diesen Stadtviertel nicht, besonders Damaschkeweg, denn Damaschke ist Hauptstadt Syrien, wo Taufik auskommt, der ist sehr beeinflussvoll. Ich bringe noch zwei Flaschen Wein, ein trocken und ein halbtrocken, was Steffen besonders bestellt, aber keine gute Wein, die Gastgeber wissen genau, wie arm ich bin, nur bin ich der Typ, ohne Eintritt, nicht kommen, eitel. Sehr erfolgreich habe ich die richtige Tür gefunden, und bin der erste da. 17 Uhr ist mir zu früh, ich esse mit Matthias und der Gruppe immer bis 15, und werde mit ihnen häufig von den netten Mensaarbeiterinnen rausgeschmissen. Das Abendessen kommt mir normalerweise erst um 20, wenn ich es überhaupt habe. Aber Steffen und Sussi sind total anderer Typ als ich, sie gehen um halb 11 ins Bett, was für mich erst Anfang des Abends. Nun bin ich zuerst da, zuerst zu einem Essen passt meinem Still überhaupt nicht, was mich so ausmacht, als wäre ich Essensüchtiger bin. Ich komme nie als der erste zu einer Party oder was, auch Eitelkeit. Aber ich bin pünktlich. Denn ich habe überhaupt keinen Geduld, das Warten auf anderen treibt mich verrückt, weshalb lasse ich auch die anderen nicht warten.
Zum Glück kommen die anderen auch bald. DY, Andreas und seine Frau Iwan. Alle kenne ich. DY bringt seine Elektro-Magnet-Kocher und Topf. Wir essen Feuertopf. Ich dachte, Jehovar würde heute bestimmt das Hauptthema sein, aber außer dem Gebet vor dem Essen, haben wir überhaupt nichts über Religion gesprochen. Steffen hat viele CDs von veralteten chinesischen Musik, diese werden ganze Zeit gespielt, und China sind das Hauptthema. Die Musik sind mir sensibel, die hörte ich als ich noch 8, 9 Jahre alt war, im Haus meiner Oma, dort verbringe ich meine goldene Kindheit, mit 3 Cousins, diese 4 dicken Jungen waren damals für 6, 7 Jahren lang eine starke Gruppe in jenem Gegend. Die Kinder von Nachbarn hatten oft unsertwegen geweint, aber wollten immer mit uns spielen, wir hatten die besten und interessantesten Ideen. Die Oma ist im 2006 wegen eines Verkehrsunglücks gestorben. Sie war 86 Jahre alt und blieb sehr sehr gesund, ansonst lebt sie bestimmt über 100 Jahren. Ich liebe diese alte Frau, zwar als sie ganz alt war, war sie nicht mehr so lieblich. Trotzdem erinnere und träume ich oft von ihr, große Beeinflußung sogar Vorbild: Eine Witwe halte die Familie von 6 Kindern, um zu leben kann alles tun, weißt bloß, wenn die andere dich schlagen, schlag doppel zurück.
Der Abend ist sehr gemütlich, leichtes Gespräch, einfach zusammen abhängen, ist halt Urlaub. Das Essen hat mir nicht besonders geschmeckt, also ist nicht so würzig wie echter chinesischer Feuertopf, aber bin sehr zufrieden, hat viel Spass gemacht. Irgendwann merke ich, ich kann einfach zu Deutschen kommen, einen Abend verbringen und kommunizieren wie die Deutschen, nämlich, das Sprachenproblem ist immer klein geworden. Die Kommunikation mit DY haben wir nur oberflächlich gehabt, bisschen über seine Promotionsthema. Dann verabschieden wir uns um 21, risikoslos fahre ich zuhause.
Nur während des Essens hat WJ mich angerufen, sie ist gesund geworden und wir können morgen zusammen zur richtigen christlichen Kirche gehen. Also für mich, die neue Kirche.




